Groß Gastrose Albertinenaue - Markosice / Markersdorf

Aus Grenzen Wiki
Wechseln zu: Navigation, Suche

Eine der wenigen Grenzbrücken über die Neiße, die am Ende des zweiten Weltkrieg 1945 nicht komplett zerstört wurden, ist das Bauwerk zwischen Groß Gastrose Albertinenaue und Markosice / Markersdorf. Viele Brücken an der Neiße wurden beim Rückzug durch die deutsche Wehrmacht gesprengt, doch an diesem Objekt versuchte sich die Rote Armee der Sowjetunion. Mit mäßigem Erfolg, denn das Bauwerk fiel trotz gezündetem Dynamits nicht in den Fluss. Einzig auf der Seite des deutschen Widerlagers hatten die russischen Truppen Erfolg. Die Anfahrt war beseitigt, dabei beließ man es im Wesentlichen, obwohl der polnische Zugang noch völlig intakt blieb. Natürlich wurde auf der Brücke der übliche Verhau aus Grenztor und Stacheldraht montiert, um den Grenzübertritt von Personen zu verhindern. 62 Jahre blieb es dabei.

Erst im Dezember 2007 trat das Schengener Abkommen in Kraft, welches die Einstellung der Grenzkontrollen und die Beseitigung von Grenzsperranlagen vorsieht. Die Feuerwehren der Gemeinden Groß Gastrose (Deutschland) und Markosice (Polen) waren daraufhin schneller als die Bundespolizei. Sie beseitigten noch vor Jahresende den Metallzaun und den Stacheldraht. Eine erste direkte Begegnung beider Gemeinden wurde wieder möglich und wurde auch rege genutzt -- per Provisorum auf deutscher Brückenseite.

Doch der freie Personenverkehr war eine Zeit lang weiterhin erschwert. Erst im Sommer 2008 montierte man eine stabile Treppe auf der deutschen Seite, um den Zugang zur Neißebrücke zu erleichtern. Hierbei sei erwähnt, dass sich die Menschen von Groß Gastrose selbst halfen und nicht Staatshilfe in Anspruch nahmen. Seitdem können sich die Menschen auf beiden Seiten der Neiße wieder leichter begegnen und müssen nicht mehr einen 21 Kilometer langen Umweg in Anspruch nehmen.

Dieses Miteinander von Deutschen und Polen findet man nicht überall an der Oder-Neiße-Linie. Beispielsweise existieren momentan weiterhin die Brücken an der Neißgasse und am Kraftwerkswehr Hirschfelde sowie die zwei Bauwerke An der Reißigmühle und die Himmelsbrücke in Zittau, die weiterhin verschlossen bleiben. Immerhin wurde am Tag des Schengenbeitritts am 21. Dezember 2007 die Brücke am Lusatiaweg in Zittau unbürokratisch für Fußgänger und Radfahrer geöffnet.

Bildergalerie

Die Karte wird geladen …