Zittau Drausendorf - Bogatynia / Reichenau

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Kuriosum nach dem Beitritt Polens zum Schengener Abkommen: Viele Gemeinden wünschen sich gerne mehr Brücken nach Polen -- in Drausendorf zerstört die deutsche Seite den Zugang zu einer intakten Neißebrücke.

Im 2. Weltkrieg wurde die Brücke von Drausendorf bei Zittau nach Bogatynia / Reichenau (Polen) nicht zerstört, frönte aber bislang ein Schattendasein wegen des verschlossenen Grenzgitters in Brückenmitte. Im Zuge des Schengen-Beitritts im Dezember 2007 montierte die Bundespolizei die Sperrgitter und den Stacheldraht ab. Anfang 2009 entfernte die polnische Seite alle Sträucher und planierte den Weg. Ferner ist der Zugang seit dem Frühjahr von polnischer Seite durch ein blaues Verkehrsschild (Weg für Fußgänger und Radfahrer) ausgewiesen.

Als Wanderer gelangt man von Polen ohne Probleme über die Neiße und staunt nicht schlecht über den verhältnismäßig guten Zustand. Immerhin wurde die Brücke seit mehr als 60 Jahren nicht benutzt. Die Beschaulichkeit endet jedoch abrupt am deutschen Brücken-Widerlager auf der Drausendorfer Seite. Der Weg dorthin wurde kürzlich weggebaggert und fiel einer Hochwasserschutzmaßnahme zum Opfer. Haben die deutschen Planer hier etwas vergessen?

Nichts gegen einen höheren Deich, der die Gemeinde Drausendorf vor den Gefahren eines Hochwassers besser schützen soll. Eine Ersatzkonstruktion für den Zugang wurde nach der Deicherneuerung anscheinend vergessen. Oder ist es bei den deutschen Behörden noch nicht angekommen, dass Grenzschutzmaßnahmen an der deutschen Ostgrenze mittlerweile Vergangenheit sind? Im Gegenteil, der Schengener Grenzkodex verlangt von allen Teilnehmerstaaten die Beseitigung aller Grenzbarrieren und den unkontrollierten Personenverkehr. Von der Zerstörung von Grenzbrückenzugängen ist da nicht die Rede.

Ganz anders zeigten sich die Bewohner von Groß Gastrose Albertinenaue und Markosice / Markersdorf. Hier halfen die Feuerwehren beider Seiten im Sommer 2008, eine Brücke über die Neiße durch einen Treppenbau wieder begehbar zu machen. Die Neißebrücke war durch einen missglückten Sprengversuch der Roten Armee 1945 arg in Mitleidenschaft geraten.

Bildergalerie

<sgallery> Bild:Drausendorf neissebruecke 2009 g.JPG|Brückenanschluss vergessen? Die Zufahrt weggebaggert. Kein Zugang von Deutschland mehr seit 2009. Bild:Drausendorf neissebruecke 2009 h.JPG|Schildbürgerstreich oder deutsche Planungskunst? Von der einstigen Straße fehlt ein Stück. Bild:Drausendorf neissebruecke 2009 a.JPG|Blick von polnischer Seite auf die Brücke bei Drausendorf. Der deutsche Zugang wurde 2009 weggebaggert (im Bild rechts). Bild:Drausendorf neissebruecke 2009 b.JPG|Vor kurzem wuchsen hier noch Sträucher. Die polnische Seite hat diese entfernt und den Weg planiert. Das Geländer fiel dem Zahn der Zeit zum Opfer. Bild:Drausendorf neissebruecke 2009 c.JPG|Ab der Brückenmitte wachsen auf deutscher Seite noch Unkraut und Sträucher Bild:Drausendorf neissebruecke 2009 d.JPG|Zustand auf der deutschen Brückenhälfte Bild:Drausendorf neissebruecke 2009 e.JPG|Nachholbedarf beim Freiräumen auf der deutschen Seite der Drausendorfer Brücke Bild:Drausendorf neissebruecke 2009 f.JPG|Eine Zufahrt bis zur Staatsgrenze auf Brückenmitte ist zumindest mit dem Fahrrad von polnischer Seite erlaubt - wie dieses blaue Verkehrsschild zeigt. </sgallery>

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